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Überblick
über die Geschichte der Familie Hennighausen
( © Dr.Helmut Hennighausen, 04/2004)
Der Name Hennighausen
Frühste Hinweise auf den
Namen Hennighausen reichen zurück bis ins 12. Jahrhundert.
Die Wurzeln der Familie liegen in Westfalen, genauer im
Münsterland und im Sauerland. Möglicherweise ist der Name an
verschiedenen Orten unabhängig
voneinander entstanden in dem Sinne, dass es sich um eine Bezeichnung
für
das "Haus des Henning" (norddt.Vorname) handelte.
Ein Hof Henninghaus in Clarholz im
Münsterland ist 1189 dem Kloster Marienfeld
abgabenpflichtig (aus: Clarholz und Lette in Geschichte und
Gegenwart 1133-1983). Ab 1600 lässt sich hier
beginnend mit Franz Henninghauß der Name als Familienname
zuordnen und ist bis 1871 nachweisbar. Es handelt sich um den heutigen
Hof Eggersmann, Oelkerort 2.
Ein Ort Hegeninchuson,
heute Hengsen bei Unna, wird erstmals 1150 erwähnt
(aus: Die Ortschaften der Provinz Westfalen bis 1300. Schneider
Heinrich). Hegeninchuson abgeleitet von dem altdeutschen Namen
Hagano ( -ing-huson) lässt ebenfalls Spielraum für die
Entwicklung zu Hennighausen (Leopold Schütte, Staatsarchiv
Münster). In
Urkunden des Grafen Gottfried III. von Arnsberg werden 1249 der
Tranquard milite de Hegeninchuson und 1268 der Bruno de Hegeninchuson
genannt (Westfälisches Urkundenbuch, Bd.
7 ). Diederich
Vreysendorp, wohnhft in Hegeninchusen, verkauft 1414 einen Leibeigenen (Archiv
des Vereins
für Geschichte u.Altertumskunde Westfalen, Abt.Paderborn, Urkunden
bis
1500. Stöwer Ulrike)
Der Kölner Erzbischof erwirbt 1164 - 66 den Hof Henedenhusen, 1281 - 1397 auch als Heynynchusen / Henichusen genannt, vom Grafen von Arnsberg (aus: Die Ortschaften der Provinz Westfalen bis 1300. Schneider Heinrich). Es dürfte sich um den heutigen Ort Henninghausen bei Amecke handeln. Wiederholt wird die Familie von Wrede aus Amecke zwischen 1371 und 1397 vom Erzbischof von Köln mit einer Hufe Land in Henninghausen belehnt (Regesten der Erzbischöfe zu Köln. Bd. 8 + 10).
Aus dem zwischen 1281
und 1313 entstandenen Güterverzeichnis des Grafen Ludwig von
Arnsberg geht ein weiterer Ortsname Henichusen hervor. Adolf
von Bruchhausen wird mit einer Mark Einkünfte in Henninghausen und
einer Hufe in Cobbenrode belehnt (Seibertz, UB zur
Geschichte des Herzogtums Westfalen 2. 1843 Nr. 551, S.108 ). Es
handelt sich hier um den heutigen Ortsteil Henninghausen der Gemeinde
Cobbenrode.
Ausserhalb Westfalens findet sich ein
Ort in der Nähe von Oldenburg. Dem Kloster Rastede werden in einer
Urkunde vom Jahre 1124 die Rechte auf das Dorf Henninchusin
bestätigt (aus: Die Hunnighofe und die übrigen westf.
Besitzungen des Grafen Huno`s, des ersten Grafen von Oldenburg). 1059
wird der Ort
auch als Hanninchusen bezeichnet (aus: Die Ortsnamen des
Landkreises und der Stadt Hannover. Ohainski u.Udolph). Nach
Auskunft des Staatsarchives Oldenburg handelt es sich um die heutige
Bauerschaft Hankhausen im Ammerland.
Unweit von Hannover liegt der
Ort Hänigsen
(Uetze). Hänigsen wird um 1226 als Henighusen,
später
auch als Hennighesen genannt (aus:
Die
Ortsnamen des Landkreises und der Stadt Hannover. Ohainski u.Udolph).
Weitere Hinweise auf Namensvorkommen im
14. und 15. Jahrhundert möchte ich hier kurz tabellarisch
aufführen.
Nachzuweisen ist eine Änderung
der Schreibweise
von Hunnig- nach Hennighausen allerdings in dem weiter unten
beschriebenen estländischen Familienzweig. So trägt der
um 1570 geborene Sohn des Franz Hunnighausen, Soldat in
schwedischen Diensten, bis
zu seinem Tod den Namen Gerhard von Hennighausen. Im Schatzungsregister
des 16. Jh. für das Herzogtum Westfalen findet sich im Jahre
1543 in Waltringen ein Wilhelm, der gleich drei Varianten des Namens
aufzuweisen hat: Henninghauß, Huningkhuiß und
Heminghuiß. Auch diese Angaben beruhen nicht auf
Informationen aus den Originalurkunden.
Ortsbezeichnungen
auf den Namen Henninghausen
finden sich, wie bereits erwähnt, im Sauerland. Es sind zwei
kleine Weiler bestehend aus drei bis vier Häusern oder kleinen
Gehöften, Ortsteile von Amecke und Kobbenrode.
Ähnlich klingende Namen lassen sich wie folgt zuordnen.
Heutige Namensvorkommen
Mitte des 19. und zu Anfang des 20.
Jahrhunderts sind etliche Familienmitglieder nach Amerika ausgewandert.
So findet man heute den Namen Hennighausen u.a. in Virginia, Maryland,
Illinois, Michigan,Texas, New Mexico und Californien. Eine
Namensträgerin (Susanne) wurde in
Tasmanien (Australien) ausfindig gemacht. In Nordhessen sind die H. ab
der
Mitte des 16. Jahrhunderts in Grebenstein und mit dem Beginn des 18.
Jahrhunderts
in der Schwalm nachzuweisen. So finden sich zahlreiche Familien in
Orten
des heutigen Schwalm-Eder Kreises (Riebelsdorf, Ottrau, Schorbach,
Zella,
Wiera, Schwalmstadt, Leimsfeld, Homberg, Wabern). Weiterhin leben
Familien
in Alsfeld, Frankfurt, Neumünster, Heide, Überlingen,
Irschenhausen,
Berlin und Aachen, wobei die Aufzählung keinen Anspruch auf
Vollständigkeit erhebt.