( © Dr. Helmut
Hennighausen, Januar 2005)
Die folgenden Daten wurden mehr als
Zufallsfunde zusammengetragen und geordnet. Eine systematische
Erforschung der Hünnighausen steht noch aus und wird erst nach
Erreichen des Rentenalters von mir zu leisten sein. Vielleicht findet
sich ja auch ein / eine Hu(e)nnighausen mit Interesse an dieser
Aufgabe? Bitte melden !
Ortsnamenvorkommen in Nordhessen
In Nordhessen ist eine kleine
Ansiedlung am südwestlichen Rand der Stadt Arolsen bekannt, die den Namen Hünighausen trug. Im Jahre 1036 zuerst genannt, findet man
später auch die Schreibweisen Huninghusen, Huneckhusen,
Hunekussen, Hunenchusen, Hunighusen. 1120 besaß die Kirche zu
Obermarsberg die Güter, 1182 bestätigt Pabst Lucius III. dem
Kloster Aroldessen (Arolsen) die Güter, Klostermeierei bis 1526,
dann als gräfliche Meierei im Besitz der Waldecker Grafen. (Die Bau-und Kunstdenkmäler im
Regierungsbezirk Kassel, 9. Folge, 2. Bd. - Kreis Twiste)
Ortsnamenvorkommen in Westfalen
Ein Ort Hunninghuson wird
erstmals in einer Urkunde vom 10. Okt. 1036 erwähnt, in
der die Abtei Werden dem Grafen Hermann von Arnsberg Güter u.a. in
Hunninghuson
abtreten muss (Seibertz, Westf. UB). Es dürfte sich um den
heutigen Ort Hünningen im Kirchspiel Bremen südlich
von
Werl gelegen handeln. In den Schatzungsregistern des 16. Jh
für
das Herzogtum Westfalen lautet der Name auch auf
Honnynckhuißen
(1536) Huyninghuißen (1543) und Hunighausen (1565).
Hünninghausen war ein
Wohnplatz in der Gem. Hiddinghausen, auch als Hunninghuson bezeichnet,
möglicherweise identisch mit dem Gut Hunyninchusen 1482
zum Gericht Schwelm gehörend. Das Gut des Hans to Hummynhhusen in
der Hiddinghäuser Bauerschaft wir im Schatzbuch der Grafschaft
Mark von 1486 genannt.
1705 aufgeführt im Kataster der kontributionalen Güter in
der Grafschaft Mark (Timm Willi). In Meyers Orts- und
Verkehrslexikon des Dt. Reiches von 1912 sind die Höfe
Hünninghausen 3 km entfernt
von Hiddinghausen (Gevelsberg) aufgeführt.
Ein weiterer Ort Hünninghausen
findet sich auch auf einer Karte aus dem Jahre 1804 etwa 2,5 km
nordöstlich von Dortmund - Brechten. (Karte der Grafschaft Dortmund von 1804)
Weitere Ortsbezeichnungen:
Hu(e)nninghusen in
Westfalen
Alle erwähnten Familien hatten die evangelische Konfession.
Hünninghausen in
Westfalen
Als Zeuge für ein Soester Gericht
werden 1505 Hans Hueninckhues und 1518 Wilhelm
Hueninckhusen aus Walterinckhuse (Waltringen)
erwähnt (Toversichtsbriefe für Soest, Doesseler). 1571
wird Johann Huenninghaus
in die Garninnung aufgenommen und wird durch den Garnhandel bald sehr
vermögend. Diese Familie war in der zweiten Hälfte des 17.
Jh. in Barmen
- Rittershausen und Schwelm ( bis 1829) ansässig. 1710 bis
1815
blüht die Familie Hünninghaus(en) in Solingen und
Wald-Solingen.
Im Jahre 1731 wird Hermann Albert Hünninghausen als Director
der
Glashütte zu Königssteele (Essen) genannt. Sein Sohn
Abraham
Hunninghaus übernimmt dieses Amt 1770 (K.Kunze, Uslar). Die
Familie ist bis 1874 in Königssteele nachweisbar. Von 1790 bis
1881
kommt der Name Hünninghaus in Hasslinghausen vor und von
1803
bis 1829 in Elberfeld.
Huninchusen in
Lübeck
Im Pestjahr 1367 macht Johan
Huninchusen in Lübeck ein Testament,
in dem er seine Mutter Grete, wohnhaft im Hof zur Beke in
Westfalen ("moranti in curia tor Beke in Westfalia"), sowie seine
Brüder und seinen Onkel
("avunculus") Gerwinus
Huninchusen bedenkt. (Stadtarchiv Lübeck : Lübeckische
Geschlechter). Dieses Testament erhärtet die These,
dass die Familie, wie viele andere westfälische Geschlechter,
über Lübeck nach Estland gelangt ist. Es müssen enge
Beziehungen zu der Familie Russenberch bestanden haben.
Möglicherweise war die Mutter Grete eine Geborene Russenberch. In
Lübeck wohnt Johan Huninchusen bei seinem Onkel (avunculus) Conrad
Russenberch und bezeichnet Thiedemann Russenberch in Dorpat als seinen
Herrn ("meo domino in Dorpat"). Beide werden im Testament mit
vier Pfund Groschen flämischer
Währung bedacht. Vermutlich hat die Familie ihren Namen von dem
Rittergut
Rauschenburg bei Olfen. Bernhard von der Ruschenborch wird 1345 in
Dortmund
genannt und ist 1365 Testamentvollstrecker in Lübeck. Schon ab 1335
finden sich mit Johannes R. und Everhard R. (geb. um 1300 in Dortmund,
1340-43 Ratsherr in Lübeck) sowie Wennemarus R. Vertreter der
Familie
Russenberch in Lübeck (Der Rat der Stadt Lübeck im 13. und
14. Jahrhundert. Lutterbeck Michael). Aelbrecht und Alberd
Russenberch
verzollen 1369 - 1372 größere Mengen Bier in Brügge und
Hamburg (Hansekaufleute in Brügge. Teil 3: Prosopographischer
Katalog
zu den Brügger Steuerlisten 1360-90. Paravicini Werner)
Zusammenfassend ist anzunehmen, dass
die
Dortmunder Kaufmannsfamilie Russenberch auf der Achse Flandern
(Brügge)
- Lübeck - Estland (Dorpat) Handel betrieb und unser Johan
Huninchusen,
als er 1367 in Lübeck an der Pest erkrankte, Kaufgeselle seines
Onkels
in Dorpat war. Johans Onkel, Gerwen Huninchusen, betrieb seinerseits
ebenfalls Handel mit Estland. Er verzollte im Frühjahr 1368 in
Lübeck
eine Ladung Salz nach Reval (Die hansischen Pfundzollisten des
Jahres
1368. Lechner Georg). Vermutlich besteht hier die familiäre
Verbindung zu dem erstmals 1399 in Reval genannten und späteren
Ratsherrn Berthold Hunynchusen, der
ebenfalls als Kaufmann im
Salzhandel tätig war.
Hunynchusen / Hennighausen
in Estland
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Estland
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