Estland

Stammbaum der estländischen H...

Den Stammbaum der hessischen Hennighausen können Sie über den Link zu einsehen. Eine Anleitung zu diesem Programm gibt es hier: Anleitung ! Um Daten einzusehen muss man keinen Benutzerantrag stellen. Für die Nutzung als Gast sind die Seiten 3 und 32 folgende der Anleitung ganz informativ.

Bei einigen Personen finden sich unter dem Punkt "Notizen" recht interessante Zusatzinformationen.

Die Datenbank ist noch lückenhaft, besonders was die jüngere Familiengeschichte betrifft. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir bei der Vervollständigung helfen und mir fehlende Daten mitteilen.

Sollte jemand den Wunsch haben, nicht im Stammbaum als Person zu erscheinen oder möchte sein Geburtsdatum entfernt haben, so bitte ich um Mitteilung an: helmut(at)hennighausen.org

In Estland (Livland) ist das Geschlecht Hunninghusen (Hünnighusen, Hinnighusen, Henninghausen) seit 1399 nachweisbar. Eine Stammtafel des alten Revaler Ratsgeschlechts Hunninckhusen ist in den Baltischen Familiengeschichtlichen Mitteilungen, Jhrg.4, Nr 2 vom Mai 1934 (S 18-27) von Dr. O. Haller erschienen.

Als Ratsherr (1416 - 1430) und Bürgermeister von Reval (1427 - 1430) wird Berthold H. genannt. In den folgenden Generationen werden die H. wiederholt als Ratsherren ,auch Domherren von Reval und als Tafelbrüder und Mitglieder des Schwarzbrüderordens erwähnt. Die Revaler Schiffslisten von 1425-1471 und 1479-1496 (R.Vogelsang, Köln 1992) belegen, dass etliche  Familienmitglieder als Kaufleute im Fernhandel tätig waren. So beziehen sie größere Mengen Salz, Hopfen, Honig und Tuch. Das Familiensiegel zeigt 1459 und 1465 einen Eberkopf. Im Jahr 1491 machen die Brüder Hinrich und Jacob Hunninghusen, Söhne des Revaler Ratsherrn Hinrich Hunninghusen, die Ostsee als Piraten unsicher. Ihre Schiffe werden in England ausgerüstet und berauben dann unter dem Schutz des dänischen Königs die Hanseschiffe. Näheres hierzu steht auf der Piratenseite zu lesen. Ab Mitte des 16. Jh. breitet sich die Familie in der Umgebung Revals (Kegel) aus. Zu dieser Zeit stand Franz Hunnichusen als Soldat in schwedischen Diensten. In den folgenden vier Generationen kämpfen die Nachkommen des Franz H. ebenfalls im Offiziersrang  für die Schweden. Im 17. und 18. Jh. besitzt die Familie Güter in Wahenorm, Kurrefer, Groß Kaljo und Aholax (Finnland).

Im Jahre 1667 führt Friedrich v. Hennighausen einen Prozess gegen den Kapitän Engelbrecht v.Tiesenhausen wegen angeblicher Aberkennung der adligen Herkunft seines Sohnes, des Cornets Gerhard v.Hennighausen. Unter anderem legt er eine Abschrift des von Königin Christine Eleonore von Schweden am 28.Juli 1665 in Stockholm unterzeichneten Adelsbriefes bei, in dem sein alter Adel und sein Wappen nicht nur bestätigt werden, sondern, da der Adelsstand nicht anders zu erweisen, dieser ihm nochmals verliehen wird.

In Siebmachers Wappenbuch des Adels der russichen Ostseeprovinzen (Band 25) findet sich auf der Seite 64 der Hinweis auf die Familie Hennighausen und auf Tafel 44 das Wappen: Ein am Halse blutig abgeschnittener schwarzer Eberkopf (1665)

Auf der Seite 80 wird die Familie Hunninckhausen (Hüninghausen, Henninghusen, Hynichhausen) vorgestellt und auf Tafel 53 zwei  Wappen, die auch jeweils einen Eberkopf (1495) zeigen. Es heisst, die Familie sei ein seit dem Ende des 14. Jahrhundert in Reval vorkommendes, aus Westfalen stammendes ritterbürtiges Patriziergeschlecht, das Anfang des 16. Jahrhundert Güterbesitz in Estland hatte und in den Landadel überging. Die Familie starb in der ersten Hälfte des 18. Jahrhundert in Estland aus

In den Wirren des Nordischen Krieges (1700 - 1721) flüchtet die Familie des in schwedischen Diensten stehenden Leutnants Gustav Friedrich von Hennighausen über Finnland nach Schweden. In den Jahren 1715 und 1716 erhält seine Frau für sich und fünf Kinder Unterstützung von der Flüchtlingskommission in Stockholm. Die letzten Repräsentanten des Geschlechts verarmen, verschulden und verpfänden ihre Güter. Gustav Friedrich wird um 1700 sogar angeklagt als Pastor verkleidet eine Trauung vollzogen und durch diese Scheinehe die Braut in eine unerträgliche Lage gebracht zu haben. Sein Sohn Gottfried Reinhold , Fähnrich in russischen Diensten, verkauft schließlich 1729 die Güter und erhält nach Abzug aller Schulden 100 Rubel und zwei alte Klepper.

In Ostpreußen findet sich der nächste Hinweis auf die Familie im Jahre 1728. Der "Lieffländer" Nikolaus Hennighausen aus Dagutschen ist im Heberegister des Amtes Dörschkehmen als Scharwerksbauser eingetragen. In den folgenden Generationen sind die H. im Raum Pillkallen (Dagutschen, Uszrudszen, Wisborien) als Lehrer und Kantoren zu finden. Ab etwa 1840 blüht die Familie dann in Litauen (Eirogollen, Dworzcischki, Jodkaimen und Girtokollen). Um 1908 wandert Alexander H. nach Amerika (Milwaukee) aus. Er ist Stammvater mehrerer amerikanischer Familien in Illinois, Michigan und Virginia. Eine große Fluchtbewegung gen Westen setzte während des zweiten Weltkrieges ein. Die Familien leben heute über das gesamte Bundesgebiet verstreut in Hamburg, Bremen, Dortmund, Coesfeld, Kamen, Aachen, Kamp-Lindfort, Frankenthal, Fürth, Berlin, Leipzig, Rostock, Damgarten, Neu Kaliß und Thüringen.

Hier geht es zu dem nordhessischen Familienzweig der Hennighausen.